Helm ab !

Jeder zehnte Motorradfahrer erleidet bei einem Unfall eine Verletzung im oder am Bereich der Halswirbelsäule.
Laienhelfer verunsichert dieses Wissen sehr. So entstehen Diskussionen an der Unfallstelle, ob der Helm abgenommen werden soll oder nicht, wobei lebenswichtige Minuten vergehen.

Das muss nicht sein!
Dem bewusstlosen Motorradfahrer, muss der Helm auf jeden Fall abgenommen werden.
Erläuterung:
Ein verunglückter Motorradfahrer ist weitaus mehr durch Sauerstoffmangel, einatmen von Erbrochenem und ersticken lebensbedrohlich gefährdet, als durch eine schwere Verletzung an oder im Bereich der Halswirbelsäule.
Außerdem kann der Verunfallte nur ohne Helm beatmet oder in die stabile Seitenlage gebracht werden.

Ist der verunglückte Motorradfahrer jedoch bei Bewusstsein, ermutigen Sie ihn, den Helm selber abzusetzen. Weigert sich der Motorradfahrer den Helm abzusetzen, dürfen Sie ihn nicht dazu zwingen, müssen ihn aber genauer beobachten.
Verliert der Motorradfahrer sein Bewusstsein, muss spätestens jetzt der Helm ab.

Hier die Empfehlung aller Experten:
Wenn möglich, sollte immer zu Zweit bei der Helmabnahme vorgegangen werden.

  • Helfer Eins kniet jetzt oberhalb des Kopfes und umfasst den Helm mit beiden Händen, so stabilisiert er schon mal die Halswirbelsäule.

  • Helfer Zwei kniet seitlich neben dem Oberkörper des Verunfallte, er klappt das Visier hoch und entfernt gegebenenfalls eine aufgesetzte Brille. Nun öffnet er wenn möglich den Kinnriemen oder schneidet ihn mit einer Schere (im Verbandskasten vorrätig) durch.
    Danach schiebt er seitlich eine Hand in den Nacken ohne die Halswirbelsäule und den Kopf dabei zu bewegen oder anzuheben, hierzu legt er den Ellenbogen auf dem Boden oder auf seinem Knie auf, die andere Hand umfasst zur Stabilisierung das Kinn.

  • Nun zieht Helfer Eins vorsichtig den Helm ab, dabei fährt Helfer Zwei mit seiner Hand vom Nacken hoch bis zum Oberhaupt des Kopfes und übernimmt so vorübergehend die Stabilisierung des Kopfes.
  • Anschließend übernimmt wieder Helfer Eins die Stabilisierung des Kopfes.

  • Jetzt kann der verletzte Motorradfahrer zu Zweit Achsengerecht (dabei bleibt der Kopf immer in einer Linie zur Wirbelsäule) in die stabile Seitenlage gebracht werden.

Nur ein Helfer?
Ist nur ein Helfer am Unfallort anwesend, sollte er sich ans Kopfende des Verunfallte knien und den Helm so weit abziehen, dass er mit einer Hand den Hinterkopf umfassen kann. Dann entfernt er den Helm und bringt den Verletzten vorsichtig in die stabile Seitenlage. Danach wartet er auf den Rettungsdienst bzw. Notarzt.

Die Medisus empfiehlt jedem, die wichtigsten Kenntnisse und Handgriffe regelmäßig aufzufrischen, um im Notfall sicher handeln zu können.


Informationen?


Kurzinfo:

HLW 30:2
Die aktuellen Richtlinien zur Herz-Lungen-Wiederbelebung sind z. Zt. 30 Kompressionen und 2 Beatmungshübe.

Helm auf jeden Fall bei bewußtlosen Motorradfahrer imm erab....

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